Die Heimat ist da wo dein Herz ist, da wo du es dein zu Hause nennst. Und wenn ich so auf mein Herz höre dann höre ich ganz leise jemanden rufen:“Schafskäsenockerl in Butterbrösel mit Marillenkompott“ mit Schafkäse aus der Region. Weil Regionalität zu Heimat gehört.

„Do bin i her, do ghör i hin!“

Geboren bin ich im wunderschönen Mostviertel – sanftes Hügelland steht zum Kontrast mit wildromantischer Bergwelt – Natur in seiner schönsten Pracht. Leben tue ich mittlerweile jedoch im nicht weniger schönen Ennstal das mit seinen wilden Gewässern und den steilen Gipfeln besticht. Im Mostviertel findet der typische Apfel- oder Birnenmost Anwendung in der heimischen Küche, von Mostschaumsuppe über Mostbraten, Mostkekse oder Mosterol  sind hier keine Grenzen gesetzt.

Im Ennstal findet sich hingegen für mich kein typisch regionales Gericht oder Getränk. Wenn ich aber so nachdenke findet sich jedoch in den großen Supermarktketten Österreichs ein spezielles Lebensmittel immer und immer wieder. Vielleicht kennt ihr es ja schon selbst oder habt es schon mal gesehen oder probiert. Die Rede ist vom Schafmischkäse aus Gaflenz.

Regionalität in seiner reinsten Form

Direkt an der Ortstafel zu Gaflenz befindet sich der bäuerliche Betrieb von Herrn Aschauer. 1983 von seinem Vater übernommen stellte Herr Aschauer seinen Betrieb von Milchkühen auf Schafe um.  Für viele zu dieser Zeit sehr ungewöhnlich, aber wenn man es aus heutiger Sicht betrachtet schlugen viele Bauern ebenfalls diesen Weg ein. Im 1996 erbauten Stall tummeln sich heute rund 300 Muttertiere – der größte Milchschafhalterbetrieb in Obeöstrerreich.

1984 produzierte Herr Aschauer bereits seinen ersten Schafmischkäse in einer kleinen Produktionsmenge, schon bald (1998) musste aufgestockt werden, und die erste Käserei wurde errichtet – heute sind hier ca. 11 Mitarbeiter beschäftigt – Mitarbeiterzahlen auf Grund  der großen Produktionsmengen stark steigend. Denn in der Hochsaison – Frühling & Sommer – werden hier bis zu 8000 Stück pro Tag erzeugt. Der Schafmischkäse ist ganzjährig in allen Bundesländern, außer Vorarlberg, erhältlich .

Um der hohen Produktionsmenge gerecht zu werden und den Milchbedarf zu decken, steuern sieben Landwirte der Region Kuh- und Schafsmilch bei.

Schafskäsenockerl in Butterbrösel mit Marillenkompott

Ein Naturprodukt der Landwirtschaft

Der topfenähnliche Gaflenzer Schafmischkäse ist ein reines Naturprodukt und reift binnen eines Tages bei 24°C. Zu den einzigen Zusätzen zählt zum einen das Lab und zum anderen das Salz. Der Schafsmischkäse ist außerdem sehr sparsam in der Zubereitung. Denn für einen 200 g schweren Schafskäse-Striezel wird lediglich 0,6 l Milch benötigt. Zum direkten Vergleich. Für einen Kilogramm schweren Emmentaler erfordert die Produktion 8 l Milch.

Ihr seht schon der Gaflenzer Schafskäse besticht nicht nur im Geschmack,nein auch im Bereich Sparsamkeit, Regionalität und Reinheit. Und genau aus diesem Grund hat es der Gaflenzer Schafkäse verdient in der Rubrik „Regionale Schätze“ des Austria Foodblog Award sein Bestes zu geben.

Süß oder doch lieber pikant?

Der Schafkäse wird in unserer Region meist zu Bretteljause oder ganz pur, garniert mit Schnittlauch, Salz, Pfeffer und frischem Bauernbrot genossen.  Für mich auf Dauer etwas zu fade – da muss ein neues Rezept her. Wie wäre es mit einer süßen Schlemmerei. Gerade wegen seiner topfenähnlichen Konsistenz darf er bei mir heute mal in einen Mantel aus Butterbrösel schlupfen und sich in Marillenkompott sulen. Ein wahres Seelenfutter.

Schafskäsenockerl in Butterbrösel mit Marillenkompott

Schafskäsenockerl in Butterbrösel mit Marillenkompott

Zutaten (2 Portionen):

 

  • 250 g Schafmischkäse
  • 4 EL zerlassene Butter
  • 1 Ei
  • 3 EL griffiges Mehl
  • 3 EL feinen Grieß
  • 1/3 TL Salz

 

  • 3 EL Butter
  • 70 g Brösel
  • 3 EL Zucker

 

  • 7 Marillen
  • 2 EL Zucker
  • 100 ml Wasser

 

  • Staubzucker für die Garnitur

Schafskäsenockerl in Butterbrösel mit Marillenkompott

Zubereitung:

Schafskäse mit Ei, Butter, Mehl, Grieß und Salz vermischen und 30 Minuten ziehen lassen. In der Zwischenzeit die Marillen waschen, entkernen und in grobe Würfel schneiden. Zusammen mit dem Wasser und dem Zucker in einen Topf geben und kochen lassen bis sie weich sind und zerfallen. Einen Topf mit leicht gesalzenem Wasser leicht zum köcheln bringen. 2 EL mit Wasser befeuchten und Nockerl aus der Masse stechen und sofort in das leicht wallende Wasser geben. Die Nockerl für ca 10 Minuten leicht köcheln lassen. In einer Pfanne Butter schmelzen – Brösel sowie Zucker zugeben und goldbraun rösten. Die Nockerl aus dem Wasser sofort in den Bröseln wälzen. Mit Staubzucker bestreuen und mit Marillenkompott servieren.

Schafskäsenockerl in Butterbrösel mit Marillenkompott

Gutes Gelingen, wünscht euch eure Anja von